Geschichte des Kolpingwerkes

Geschichte des Kolpingwerkes

21. Dezember 2020 Kolpingwerk Über uns 0

Nach dem Tod Adolph Kolpings am 4. Dezember 1865 bleibt der Verband für nahezu ein Jahrhundert durch die Zielgruppe der ledigen Handwerksgesellen und die Grundlinien der praktischen Verbandsarbeit geprägt. Die Wanderschaft führt Gesellen in viele Gesellenvereine — dadurch entsteht ein lebendiges Verbandsbewusstsein. Weite Verbreitung finden Einrichtungen wie Gesellenhäuser, Spar-, Kranken-und Sterbekassen. Allerorts entstehen Gesellenvereine, und die Verbandsstruktur mit Diözesan- und Zentralverbänden bildet sich heraus.

Minoritenkirche
Minoritenkirche

Der Neuanfang

Zukunft braucht Herkunft

Der Katholische Gesellenverein versteht sich als Teil der katholischen Sozialbewegung. Er steht damit in den damaligen Auseinandersetzungen um Sozialpolitik, Handwerksorganisation und Gewerkschaftsfrage. Nach dem 1. Weltkrieg wirken sich die allgemeinen Demokratisierungstendenzen auch im Verband aus. So erhalten die Gesellen weitere Mitwirkungsmöglichkeiten. Mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 wird die Verbandsarbeit behindert, zum Teil verboten. Viele Kolpingsfamilien ziehen sich in innerkirchlichen Raum zurück, in der DDR bis zum Fall der Mauer.

Nach 1945 beginnt der Neuaufbau in der Bundesrepublik Deutsch-
land auf neuen Fundamenten, wie sie bereits 1933 grundgelegt
worden sind. Neben dem ursprünglichen Gesellenverein, der Gruppe
Kolping, steht jetzt die Gruppe Altkolping mit den ehemaligen Mit-
gliedern, die bis dahin aufgrund von Heirat und/oder wirtschaftlicher
Selbstständigkeit aus dem Verband ausscheiden mussten. Beide
Gruppen bilden zusammen die Kolpingsfamilie; der Gesamtverband
trägt den Namen Kolpingwerk.

Ein besonderer Wandlungsprozess prägt seither die Verbandsge-
schichte: Zunehmend finden Menschen, die nicht zur traditionellen
Zielgruppe gehören und aus unterschiedlichen Berufen und sozialen
Schichten kommen, Interesse an der pfarrbezogenen Kolpingsfamilie.
Diese versteht sich als familienhafte und generationsübergreifende

Gemeinschaft. Eine weitere Öffnung erfolgt durch die Gründung der Gruppe Jungkolping und die Aufnahme weiblicher Mitglieder im Jahre 1966. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und kirchlicher Umbrüche hat sich dieser Prozess vollzogen und durch Programm und Satzung seine verbandliche Absicherung gefunden.

Mit der Beschlussfassung über die „Aktion Brasilien“ 1968 erfolgt eine rasche Ausbreitung des Verbandes im internationalen Bereich. Weltweit gelingt es, die Ideen Kolpings in unterschiedlichen Nationen und Kulturen wirksam umzusetzen. Seit der Wiedervereinigung 1990 besteht das Kolpingwerk Deutschland als gesamtdeutscher Bundes-verband. Ein neues Leitbild wird durch die Bundesversammlung 2000 in Dresden als programmatische Grundlage für ein Wirken in Gesell-schaft und Kirche verabschiedet. Die großen Kolpingtage im Jahre 2000 und 2015 in Köln dokumentieren zugleich einen lebendigen Verband. Mit „Kolping Upgrade … unser Weg in die Zukunft“ wird 2016 ein bundesweiter Zukunftsprozess auf den Weg gebracht, um auch im 21. Jahrhundert — ganz im Sinne Adolph Kolpings — selbstbewusst die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft, als katholischer Sozialverband, anzunehmen.

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